Barfußschuhe bei Ermüdungsbruch

Seit meinem 14. Lebensjahr, als ich begann Sport intensiver zu betreiben, habe ich Probleme mit schmerzenden Schienbeinen. Einlagen, diverse Sport- und Laufschuhe, Creme, EMS- / TENS-Therapien, Lymphdrainagen, Massagen und Tabletten (Voltaren / Diclofenac, Ibuprofen) halfen nicht. Mittlerweile bin ich weiter und habe eine für mich optimale Lösung entwickelt.

Der Ermüdungsbruch hat viele Namen: Shin Splint, Schienbeinkantensyndrom, Tibiakantensyndrom, Marschfraktur, Ermüdungsfraktur, Stressödem oder beispielsweise Stressfaktur. Wie man aus diesen Namen bereits ableiten kann, geht der Ermüdungsbruch aus einer dauerhaften Überlastung des Knochens hervor.

Mein Problem ist wohl immer gewesen, dass ich beim Vorwärtssetzen des Fußes die Zehen sehr nach oben anziehe. Hierzu wird die entsprechende Muskulatur zum Anziehen der Zehen beansprucht. Und wer hätte es geahnt? Diese Muskeln setzen natürlich am Schienbein an und belasten hier Muskelansätze und die Schienbeinknochen.

Nachdem mir verschiedene Orthopäden nicht mehr helfen konnten und es sich einfach machten, indem sie ein “chronisches Schmerzsyndrom” diagnostizierten, habe ich die Eigeninitiative ergriffen. Da meine Lauftechnik offenbar das Problem war, wollte ich hier an der Wurzel allen Übels ansetzen und die Art der Belastung verändern. Ich war schon immer Fersenläufer. Das heißt, dass ich beim Laufen zuerst mit der Ferse des Fußes auf den Boden aufkomme. Das wollte ich ändern und langfristig auf Vorfußlaufen umstellen. Beim Vorfußlaufen kommt der Fuß zuerst mit dem Ballen auf. Meine Idee dahinter war, dass ich die an dem Schienbein ansetzenden Muskeln entlasten wollte. Während beim Fersenlaufen die Zehen immer zum Himmel zeigen, sind sie beim Vorfußlaufen eher zum Boden gerichtet, was die Schienbeinvorderseite entlastet.

Also habe ich mich schlau gemacht und zu dem Thema eingelesen. Die erste Runde war ernüchternd – 2 Kilometer und meine Waden haben gebrannt wie Feuer. Ich hatte zwar gelesen, dass der Vorfußlaufstil die Wadenmuskulatur besonders fordert, aber man weiß es ja vorher immer alles besser. Die Last, die zuvor das Schienbein abgefangen hat, wird nun durch die Wadenmuskulatur abgefedert.

Außerdem fühlt sich das Laufen auf dem Vorfuß anfänglich sehr komisch an. Es ist ungewohnt und widerspricht dem, wie sich der Körper intuitiv bewegen will. So kommt es auch, dass man sehr extrem auf dem Vorfuß läuft. Zur Verbesserung der Vorfußlauftechnik hatte ich mir überlegt, barfuß zu laufen. Und dann hörte ich parallel von den Barfußschuhen und dem Natural Running Konzept.

Mittlerweile hat sich meine Wadenmuskulatur an die Belastung gewohnt und auch weite Strecken von zehn Kilometern stellen kein Problem mehr da. Schmerzfrei bin ich ebenfalls und kann allen Sportlern, die an chronischen Belastungsschmerzen am Schienbein leiden, zu versuchen den Laufstil umzustellen.